Bolivia Nr. 131
(erschienen am 28. August 2002 - 68 Seiten)

Inhalt
Die Ergebnisse der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2002
Wahlen 2002 - Quo vadis Bolivia?
Bauernsandalen im Parlament
"Goni" zum zweiten - die Spielräume für Reformen sind eng
Los indígenas segundos en las elecciones presidenciales de Bolivia
Das neue Kabinett
El Gas boliviano
Hugo Bánzer Suarez - Diktator und Präsident (10.5.1926- 5.5.2002)
Tinku-Kult: religiöses Fest und pagane Rituale

 

© Bolivia SAGO Informationszentrum e.V.

Auszüge aus den Beiträgen

Wahlen 2002 - Quo vadis Bolivia?

Die politischen Situation , die das Land durchlebt, wird von der wirtschaftliche und sozialen Entwicklung der letzten Jahre geprägt und findet nun auch ihren Nieder-schlag in den Wahlergebnissen des Jahres 2002 - in einer Welt auf dem Weg zur Globalisierung, wo sich bereits alles nach den kontrollierenden Maßstäben und den Interessen der selbsternannten Weltpolizei USA richtet oder richten wird. Es gibt 177 Jahre nach der Entstehung der Republik eine dramatische Veränderung im politischen Leben des Landes.
Auszählung der Stimmen
Wie schon in der letzten Ausgabe dieser Zeitschrift angedeutet, waren Überraschun-gen und vor allem ein prinzipieller Wechsel in den politischen und traditionellen Strukturen ein Kennzeichen dieser Wahlen. Die unglaubliche Zustimmung, die der MAS in den Umfragen erhielt, rief bei einigen Leuten Kopfschmerzen hervor, beson-ders den Widerspruch von Personen wie dem US-Botschafter Rocha, der ausgerech-net zwei Tage vor den Wahlen dem bolivianischen Volk in einer offiziellen Erklärung "anriet" , nicht den MAS zu wählen, weil das sonst ernsthafte Probleme für die Mög-lichkeiten der Entwicklungshilfe vonseiten der USA und für die internationalen Be-ziehungen Boliviens nach sich zöge.
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Bauernsandalen im Parlament
Der lange und schwere Weg zur Selbstvertretung der Ausgeschlossenen

Bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen Ende Juni diesen Jahres hat die "Bewegung zum Sozialismus" (Movimiento al Socialismo - MAS) des Cocabauern-Führers und Aymaras Evo Morales Ayma überraschend den zweiten Platz belegt und 35 Abgeordnete erreicht. Die vom Aymara-Führer Felipe Quispe angeführte "Indige-ne Bewegung Pachakuti" (Movimiento Indígena Pachakuti - MIP) ihrerseits hat sechs Sitze errungen, so dass die beiden indigenistischen Parteien zusammen auf 41 Sitze kommen, was 26 % der bolivianischen Abgeordneten entspricht.
Während der ungewohnte Geruch von gekauter Coca und der Klang der Reden in Aymara und Quechua das Abgeordnetenhaus eingenommen haben, breitet sich in den größeren bolivianischen Städten ein Gefühl der Angst und Unsicherheit aus. Der Grund hierfür ist das grundlegend veränderte Machtgefüge, welches die Wahlurnen hervorgebracht haben, denn der zweite Platz bedeutet nach bolivianischem Wahlrecht theoretisch die Möglichkeit, die Regierung zu bilden. Voraussetzung hierfür allerdings ist eine Stimmenmehrheit im Abgeordnetenhaus.
Dieses Angstgefühl lässt sich in Zahlen ausdrücken: Wegen des Misstrauens der oberen Mittelschicht und Oberschicht des Landes in eine mögliche MAS-Regierung unter Evo Morales wurden bis Ende Juli etwa 350 Millionen US-Dollar von den Banken abgezogen. Das Misstrauen begründet sich auf zweierlei Aspekten. Zum Einen ist es die Vorstellung einer indigenen Regierung selbst, denn dies galt bisher im mehrheitlich von Indigenas bewohnten Bolivien noch immer als unvorstellbar. Zum Anderen ist es die Tatsache, dass Evo Morales von der US-Botschaft explizit zum Feind erklärt wurde und somit die Unterstützung des großen Bruders aus dem Nor-den in Frage gestellt wäre.

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"Goni" zum zweiten - die Spielräume für Reformen sind eng

Diese Wahl hatte zwei Hauptdarsteller. Einerseits steht natürlich der Sieger im Vor-dergrund: Gonzalo Sánchez de Lozada, der es trotz wenig ermutigender Prognosen doch wieder auf den Präsidentensessel geschafft hat. Der spektakulärste Auftritt auf der Wahlbühne aber blieb dem Zweitplatzierten überlassen: Evo Morales, der sensa-tionell mit einem Abstand von nicht einmal 1000 Stimmen den Favoriten Manfred Reyes Villa auf den dritten Platz verwiesen hatte.
Nun also Sánchez de Lozada zum zweiten: Was ist von seiner Präsidentschaft bis ins Jahr 2007 zu erwarten? Für eine so Aufsehen erregende Reformpolitik wie von 1993 bis 1997 fehlt diesmal die Aufbruchstimmung und es fehlen die richtigen politischen Partner. Ob "Goni" doch an die participación popular und an die Bildungsreform von damals anknüpfen wird? Mit Guillermo Justiniano hat Sánchez de Lozada einen seiner Vertrauten aus der ersten Präsidentschaft wieder im Kabinett an seiner Seite. Auch Vizepräsident Carlos Mesa steht für das liberale Profil, das die erste Regierung Sánchez de Lozada wirtschafts- wie gesellschaftspolitisch geprägt hat. Der Präsident muss sich allerdings damit auseinandersetzen, dass die liberale Wirtschaftspolitik, die er selbst wesentlich mit gestaltet hat, in keiner Weise die versprochenen Ergebnisse gebracht hat. Der Wahlerfolg des Protestlagers kommt nicht von ungefähr. Dieser Teil der Erbschaft seiner Reformpolitik aus der Zeit 1993 bis 1997 ist nicht gerade vorzeigbar , und von neuen wirtschaftpolitischen Ideen war bislang noch nichts zu hören.

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Los indígenas segundos en las elecciones presidenciales de Bolivia
Nadie había contado con ésta sorpresa, ni los asesores extranjeros del candidato empresarial. El 30 de junio último, día de las elecciones presidenciales de Bolivia, los resultados preliminares muestran que el movimiento indigenista MAS le sigue de cerca al partido tradicionalista MNR. El primero guiado por el indigenista aymara Evo Morales Aima, y el segundo por el empresario Goni Sanchez de Lozada que años atras fuera presidente de Bolivia.
Parlamento con traducción simultánea de castellano, quechua y aymara
Nunca en la historia de Bolivia, mucho menos en su historia colonial se dio el caso de que los indígenas recibieran traducción del castellano a sus idiomas nativos: queschua y aymara. Y es que es por primera vez que los nativos obtienen representación masiva en el parlamento. Los debates en el parlamento siempre fueron y son, hasta ahora, en el idioma castellano.
El MAS tendrá 30 parlamentarios, una buena cantidad de ellos serán queschuas y aymarás que dominan más sus idiomas. Evo Morales anticipó que no sesionarán si no existe una traducción simultánea. También adelantó que ese día jurarán por la constitución y la pachamama, la diosa de la tierra del mundo andino. . A partir del 6 de agosto, dia de recono-cimiento oficial de parlamentarios y día de la independencia republi-cana, las costumbres coloniales mantenidas serán cruzadas por las precolombinas, según la opinión de uno de sus representantes.

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El Gas boliviano
En contra de quién corre el tiempo a la hora de hablar de la Exportación de Gas?

Muchos años la industria boliviana estuvo subvencionada por el Estado. Hoy en día después de varias reesctructuraciones político-económicas las empresas industriales enfrentan varios desafíos: subsistir sin protección ni subvención estatal, modernizarse para ser competitivas y, finalmente, integrarse al sistema económico para satisfacer las necesidades internas y proyectarse hacia el mercado internacional.
Bolivia depende cada vez menos de la cooperación y su balanza de pagos es en cont-ra. La opción son las inversiones seguras. Que hacer con las reservas? Qué hacer con el gas que hay en Bolivia? Este energético podría ser la fuente de viabilidad del país en este siglo según algunos políticos bolivianos.
El desarrollo del país tiene dos limitaciones importantes en la perspectiva inmediata: las inversiones y el déficit estructural de la balanza de pagos del país. Bolivia depen-dió durante buena parte del proceso democrático de la cooperación internacional para el desarrollo. En algún momento llegó a ser el 55% de sus ingresos.

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